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Wann ist Satellitendirektempfang
möglich?
Wie es bei einer solchen "FAQ - Seite" fast normal ist, sagt der erfahrene Satellitenfreak - "Das kenn ich schon, ist doch der Schneee von gestern". Der neue Leser oder Betrachter dieser Seiten meint: "Das muß ich einfach ausprobieren". Wenn Sie beim Lesen dieser Tips und Tricks daran denken, schreiben Sie uns einfach eine E-Mail über Ihre Meinungen oder Auffassungen. Bevor wir einige grundsätzliche Fragen beantworten eine kurze Einführung in das Thema.
Um es noch einmal
ganz deutlich zu sagen: Wer es ganz genau wissen will, der muß schon
zu einem Fachbuch greifen bzw. eine profilierte Fachzeitschrift beziehen.
An dieser Stelle kann nur in groben Zügen etwas über die Praxis
des Satellitenempfangs von Fernseh-und Hörfunkprogrammen gesagt werden.
Beginnen wir also mit dem Versuch einer Einführung.
Telekommunikationssatelliten, "Himmlische Fernsehtürme" über dem Äquator, ca. 36.000 km von uns entfernt, ermöglichen den weltweiten Empfang von Fernseh-und Hörfunkprogrammen. Auch beim Kabelempfang werden die meisten Programme vom Satelliten heruntergeholt.
Außer in einigen Fachzeitschriften und Fachbüchern erfährt man wenig zu dieser Thematik. Im Fachhandel wird jeder, der die Programme via Satellit empfangen will, jedoch meistens umsatzorientiert beraten. Konkurrenzprodukte werden gar nicht erst erwähnt. Deshalb ist es günstiger, Infos zu dieser Thematik aus unabhängigen Quellen, wie das Internet, zu holen.
Sat-Interessenten ohne Zugriff beziehen ihre Infos aus Printmedien, wie z.B. "Telesatellit International", oder "Radiojournal". Nachteil von Zeitschriften ist jedoch, daß viele Dinge beim Erscheinen bereits überholt sind.
Nicht in jedem Fall ist Aktualität das Primäre, z.B. bei der Beschreibung der Grundlagen des Satelliten-Empfangs, diese sind Standards, die über längere Zeiträume gleich bleiben. Anders sieht es mit Satellitenprogrammen und Frequenzen aus. Diese unterliegen häufig Änderungen! Denken wir nur an Feeds, d.h. Frequenzen auf denen Übertragungen stattfinden. Wer dort nicht zur rechten Zeit auf dem richtigen Transponder (Satellitenkanal) ist, kann davon meistens nichts sehen, da diese Kanäle anschließend abgeschaltet werden!
Für uns ist die Resonanz der Leser wichtig, denn nur so kann das bisherige Angebot verbessert und vervollkommnet werden. Nutzen Sie daher auch die Möglichkeit uns per E-mail Ihre Meinung mitzuteilen!
Wichtige Grundlage ist, daß ein Satellit der Radio und Fernsehprogramme überträgt, als Relais arbeitet. D.h., er empfängt von den Bodenstationen Signale, die in bestimmte Sendegebiete ohne geographische Beeinträchtigungen, wieder ausgestrahlt werden. Ganze Erdteile sind dadurch erreichbar.
Klären wir also
zunächst die Frage: "Was benötige ich von der technischen Seite
her um Fernseh- und Rundfunkprogramme aus dem All zu empfangen, welche
Ansprüche stelle ich an den den Empfang der Sendungen, was kostet
mich das - und nicht vergessen unter welchen Bedingungen kann ich eine
solche Anlage errichten? Konkreter welche Gesetze und Vorschriften muß
ich beachten, wenn ich eine Schüssel
(pardon: erster umgangssprachlicher Fachbegriff) montieren möchte?.
Die Außeneinheitbesteht
aus dem Satellitenspiegel
mit LNB, Halterung und evtl. Mast oder einem Befestigungswinkel mit entsprechenden
Eigenschaften, der zum Beispiel von der Art und Weise der Ausführung
her der eventuell auftretenden Windlast des Spiegels gewachsen ist.
Die Inneneinheit
besteht aus dem Satellitenreceiver
und dem Fernsehgerät und bei Bedarf eines stereotüchtigen Rundfunkgerätes
bzw. einer Stereoanlage, die der Lage ist ein entsprechendes Audiosignal,
welche der Receiver liefert, zu verarbeiten.
Die Außeneinheit- Satellitenschüssel
Die Satellitenschüssel wirkt wie ein Brennglas. Sie reflektiert die ankommenden Signale und gibt sie an den Low-Noise-Blockconverter (LNB oder LNC) weiter, der die richtigen elektromagnetischen Wellen herausfiltert, verstärkt und in verlustärmere Frequenzbereiche herunter transformiert.
Es gibt mehrere
Formen von Satellitenschüsseln, die unterschiedliche Preise haben
und für unterschiedliche Zwecke verwendet werden. Während für
den professionellen Empfang großer Kabelkopfstationen ovale Parabolsegmentantennen
mit dem LNB hinter der Satellitenschüssel verwendet werden, sind im
normalen Gebrauch meistens die Offset-Satellitenschüssel, Parabol-Schüssel
oder Flachantenne anzutreffen. Der Wirkungsgrad dieser Antennen ist unterschiedlich
und hängt davon ab, welche Satelliten wo empfangen werden sollen.
Jeder Satellit ist nicht überall in gleicher Empfangsstärke zu
empfangen. Hier in Mitteleuropa kann kein Programm und keine Übertragung
via Satellit empfangen werden, die südlich des Äquators ausgestrahlt
wird.Nur das, was in unserem Sichtbereich ist, kann hier empfangen werden.
Konkret bedeutet
das, daß in Berlin nur die Satelliten hereinkommen, die zwischen
90 Grad Ost und 62 Grad West stehen. In anderen Gegenden Deutschlands sieht
es anders aus. Im Westteil ist der Empfang der weiter westlich stehenden
Satelliten möglich, jedoch nicht der Östlicheren.
Neben der Horizontalen,
Azimut, ist auch der Höhenwinkel in der Vertikalen, die Elevation
beim Empfang wichtig. Kurz gesagt die Himmelsmechanik muß beim Empfang
berücksichtigt werden. Zur Berechnung des eigenen Standortes und dem
der Satelliten, d.h. wohin die Sat-Antenne zum Empfang ausgerichtet werden
muß, gibt es entsprechende Computerprogramme. Diese sind jedoch vor
allem für Firmen interessant, die Satellitenempfangsanlage in allen
Teilen der Welt installieren. Für den Hausgebrauch ist es wichtig
zu wissen, daß hier in Berlin bei 13 Grad Ost (genau im Süden)
die Satellitenschüssel am Höchsten ausgerichtet werden muß.
Alle Satelliten, die östlicher oder westlicher davon stehen, sind entsprechend tiefer. Es hängt vom Durchmesser der Sat-Antenne ab, ab wann der Höhenwinkel verändert werden muß. Da mit 60cm ein weitaus kleinerer Brennpunkt, als mit 360cm ist, sind mit Ersteren bei ausreichender Signalstärke Satelliten zwischen 28,5 Grad Ost und 1 Grad West, ohne Änderung des Höhenwinkels problemlos zu empfangen! Während sich bei 360cm selbst Änderungen um 0,2 Grad bereits störend bemerkbar machen.
Eine Flachantenne (Antenne in Rechteckform) hat einen anderen Brennpunkt und muß viel steiler stehen als ein Parabolspiegel, oder eine Offsetantenne.
Die Offsetantenne muß flacher auf den Satelliten ausgerichtet werden als die Parbolantenne, da deren Konverter, auch LNB genannt, nicht in der Mitte, sondern unterhalb des Zentrums angebracht ist. Offsetantennen eignen sich vor allem dort, wo Bäume, Gebäude, etc. den Empfang in direkter Richtung zum Satelliten beeinträchtigen, da sie flacher stehen. Besteht keine direkte Himmelssicht zum Standort des Satelliten, ist er nicht zu empfangen.
Drehanlagen werden benutzt, um mehrere weit auseinanderliegende Satellitenpositionen zu empfangen. Es sind meistens Parabolantennen. Da sie steiler stehen, macht sich Schnee im Winter auch nicht so negativ bemerkbar wie bei Offsetantennen. Denn wenn der LNB verdeckt ist, ist natürlich nichts mehr zu hören und zu sehen.
Die Außeneinheit - der Low-Noise-Blockconverter (LNB)
Nicht unwichtig ist der LNB, denn von dessen Empfangseigenschaften hängt ab, was der Satellitenreceiver verarbeiten kann. Es filtert aus den ankommenden Eingangssignalen die heraus, die in dem vorbestimmten Frequenzbereich liegen, verstärkt und transformiert sie vom GHz in den MHz-Bereich herunter. Letzteres geschieht, um Übertragungsverluste über das Koaxkabel zum Satellitenreceiver zu minimieren.
Die Empfindlichkeit des LNB hat heute nicht die Bedeutung, die es noch vor Jahren hatte. Satelliten werden immer leistungsstärker. Damit ist der Beam (Ausleuchtzone) stärker auf ein bestimmtes Sendegebiet ausgerichtet.
Da der Sat-DXer alle Programme empfangen will, auch wenn sie nicht in sein Empfangsgebiet senden, ist für ihn die Empfindlichkeit des LNB wichtig (Nebenkeulen). Die Empfindlichkeit wird in dB oder Grad Kelvin angegeben. Je geringer diese Zahl ist, um geringer kann die Feldstärke sein, um etwas zu sehen oder zu hören. Leider werden einige "Mogelpackungen" angeboten, denn es kommt auf die Meßbedingungen an. Ein reelles Bild über die Qualitätsparameter werden nur dann vermittelt, wenn ein genaues Meßprotokoll beiliegt. Das wird jedoch nur von wenigen Firmen mitgeliefert. Vorbildlich ist dabei z.B. Swedish Micro Wave.
Bei Digital-TV wirkt sich zu große Feldstärke genauso negativ wie zu Geringe aus. Der Empfang ist gestört oder gar nicht möglich.
Besonders beim C-Band Empfang, der bis auf wenige Ausnahmen (Programme aus Rußland), nicht für Mitteleuropa bestimmt ist, muß die Sat-Anlage schwache Signale hereinholen. Wichtig ist außerdem, daß der Satellitenreceiver negative Videopolarität hat, denn im C-Band wird dort im Gegensatz zum KU-Band negativ gesendet. Mit der Bandbreitenumschaltung kann ebenfalls eine Signalverbesserung erreicht werden, jedoch leidet darunter die Bildqualität. Ebenfalls eine Empfangsverbesserung bringen Low-Treshold-Filter, die Bildreste so zusammenfügen, daß ein sichtbares Bild zustande kommt. Allerdings – der Hi-Fi-Fan hat daran keine Freude, denn die Ton- und Videoqualität ist an den Grenzen dessen, was dem Zuschauer zugemutet werden kann. Übrigens gibt es auch vorgegebene Kriterien für den Signalpegel von Kabelkopfstationen. Liegt es darunter, darf das Signal nicht eingespeist werden, dann sind dort die schönen Testbilder zu sehen!
Die Innenanlage- der Satellitenreceiver
Die Innenanlage - TV-Gerät / HiFi-Anlage oder Radio / Videorecorder
Es müssen keine Sondergeräte für den Satellitenempfang gekauft werden. Es können die selben, wie für den terrestrischen oder Kabelempfang, sein. Probleme gibt es bei älteren TV-Geräten, ohne Scarteingang, denn damit ist das Satellitensignal nur auf einen UHF-Kanal des Fernsehgerätes zu sehen. D.h., auch wenn der Satellitenreceiver stereotauglich ist, ist die Wiedergabe über das TV-Gerät dann nur in mono möglich.
Beim Empfang anderer Farbnormen muß der TV-Empfänger ein MULTINORMGERÄT sein.
Ansonsten ist
der Empfang nur Schwarz/Weiß, bzw. mit einem schwarzen Balken in
der unteren Bildhälfte (bei NTSC, da 525, statt 625 Bildzeilen). Beim
Analogempfang wird TV auch in PAL-plus übertragen. Dessen Verarbeitung
hängt vom TV-Gerät ab, auch das Bildformat 16:9. Digital, in
MPEG-2, gibt es z.Zt. keine Sendungen in PAL-plus für Deutschland.
Wann ist Satellitendirektempfang möglich?
Empfangbar ist nur das, was mit dem LNB hereingeholt wird, d.h. es muß den entsprechenden Satellitenfrequenzbereich enthalten. Ältere LNB mit einer LOF von 10,0 können z.B. Astra 1D nicht empfangen. Das geht nur, wenn sie den Bereich ab 10,700 GHz empfangen. Diese haben meistens eine LOF von 9,75.
Nur wenige Receiver haben eine direkte Frequenzanzeige, z.T. werden nur Kanalnummern angezeigt. Dann müssen die entsprechenden Daten Frequenzlisten entnommen werden. In der Regel sind alle Kanäle im Receiver vorgespeichert. Oftmals ist der Kunde mit dieser Zuordnung jedoch unzufrieden, z.B. mit der Sender Programmierung. Deshalb müssen die vorhandenen Daten häufig geändert werden. In den Bedienungsanleitungen ist dies beschrieben - nur setzt das oft Fachwissen voraus. Nun einige praktische Hinweise.
Für die Verbindungen zwischen LNB (Außenanlage) und Satellitenreceiver (Innenanlage) müssen die richtigen Kabel verwendet werden und fachgerecht montiert sein. Ein besonderes Kapitel ist das Einstellen der Empfangsfrequenz am Satellitenreceivers Es muß die Oszillatorfrequenz LOF bekannt sein (steht auf dem LNB).
Wie die Sat-ZF eingestellt wird, soll nun an einem Beispiel erläutert werden:
Bei einem vorhandenen LNB das Astra 1D-tauglich ist (LOF 9,75) ergibt sich für Pro 7: Sendefrequenz 11.406 MHz Minus 9.750 ergibt 1.656 MHz. Bei einem LNB für Astra 1A-C (LOF 10,0), ist die Errechnung für Pro 7: 11,406 MHz Minus 10.000 ergibt 1.406 MHz.
Können ältere Satellitenreceiver (Tuner 950 bis 1.750 MHz) mit einem 1D-LNB alle Astrakanäle von 1A bis 1D empfangen?
Für Arte auf auf dem Satelliten ASTRA 1D ist die Sendefrequenz 10.714 MHz. Dies bedeutet nach obiger Berechnung, es müssen 964 MHz eingestellt werden. Empfang ist möglich. Für das ORB-Fernsehen auf 1B ergeben sich 1.906 MHz. Empfang ist nicht möglich! Mit einem Frequenzextender kann der bestehende Sat-ZF-Bereich jedoch auf 2.050 MHz erweitert werden. Dieses Bauteil ist im Satellitenfachhandel zu bekommen. Hat jedoch eine Dämpfung.