Ray`s Digitalinfos 
 
 
 
 
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Übersicht: 
 
1. Wie funktioniert digitales Fernsehen? 
2. Wo wird digitales Fernsehen ausgestrahlt? 
3. Was brauche ich alles zum Empfang vom digitalen Fernsehen? 
4. Ich habe Probleme beim digitalen Empfang von ARD und ZDF! 
5. Wie empfange ich Astra und Hotbird gleichzeitig? 
6. Astra und Hotbird nur mit Single Universal LNBs? 
7. Ich empfange nur wenige Digital-Kanäle! 
8. Ich habe Probleme mit dem Dolby-Surround-Ton bei den Premiere-Programmen! 
9. Was ist eigentlich DVB-T? 
10. Kann man mit einem DVB-Receiver auch ADR-Programme empfangen? 
11. Wie funktioniert digitaler Videotext? 
12. Warum verstellt sich manchmal die Uhr des Receivers? 
13. Darf ich meine Sat-Schüssel überall aufstellen? 


  hm-sat.de - Heimkino- und Satelliten-Technik


     

1. Wie funktioniert digitales Fernsehen?

Die neue digitale Technik ermöglicht es uns, jetzt sechs und mehr Fernsehprogramme dort auszustrahlen, wo vorher noch ein einziger Sender den Platz belegte. Damit wird die Übertragung preiswerter und somit die Programmvielfalt größer.

Digital wird in Zukunft die ganze Technik der Unterhaltungs- und Kommunikationsindustrie: Nach Planungen der Bundesregierung soll die Digitalisierung der terrestrischen, also antennenabhängigen, TV-Netze im Jahr 2010 abgeschlossen sein. Die analogen TV-Übertragungen laufen dann aus. Der Begriff digital ist abgeleitet vom lateinischen Wort digitus: Finger, Ziffer. 
Gemeint sind Darstellung von Signalen beziehungsweise Schwingungen durch Zahlen. Zum Beispiel wird die kontinuierliche Schwingung eines Bild- oder Tonsignals in schneller Folge »abgetastet«. Die jeweilige »Höhe« der Schwingung an der betreffenden Stelle (Amplitudenwert) wird dann gemessen und durch rasch aufeinanderfolgende Zahlenfolgen - meist in binärer Form durch 0 und 1 - dargestellt. Zur Speicherung oder Übertragung des Signals werden ausschließlich diese Zahlenfolgen verwendet. Das digitale Fernsehen überträgt Bilder also wie Computerdaten. 
 
 
Wie funktioniert nun digitales Fernsehen? 
Sie sehen also, auf diesen Seiten beschäftigen wir uns nicht mit digitalem Fernsehen, sondern mit der digitalen Übertragungsnorm und den dazu nötigen Empfängern. Denn das digitale Fernseh- oder Radio-Signal, das wir vom Satelliten oder Kabelanschluß empfangen, wird wieder in ein analoges umgewandelt, damit der Fernseher es verstehen und verarbeiten kann. Es gibt also (noch) kein digitales Fernsehen, sondern erst einmal den digitalen Übertragungsweg. 
 
Was sind die Vorteile vom digitalen Fernsehen? 
Dank Datenreduktion lassen sich die Übertragungskapazitäten von Kabel und Satellit effektiver nutzen: Wo seither ein einziges analoges Programm übertragen wurde, sind jetzt zwischen fünf und zehn digitale zu empfangen. Dabei geht es nicht um die bessere Qualität, sondern um Programmvielfalt. Denn je mehr digitale Programme auf einem Transponder oder Kanal übertragen werden, desto kleiner wird die Datenrate und desto schlechter die Bildqualität. 
 
Digitale TV-Technik 
Und so funktionierts: Fernsehbilder bestehen aus einer Folge von 25 Einzelbildern pro Sekunde. Anstatt nun jedes dieser Bilder vollständig zu übertragen, macht sich die MPEG-2-Datenreduktion die Tatsache zunutze, daß sich von einem Bild zum anderen oft nur wenig ändert. Beispiel Tagesschau: Während der Hintergrund gleich bleibt und sein Aussehen nicht verändert, bewegt sich der Sprecher ständig. Nur diese Veränderungen des Bildes werden digitalisiert und übertragen. Die Einsparungen sind gigantisch und liegen durchschnittlich bei über 96 Prozent. Erst die Set-Top-Box errechnet aus den spärlichen Informationen wieder vollständige 25 Fernsehbilder pro Sekunde. Zwei Bilder je Sekunde werden jedoch vollständig übertragen, damit auch neu dazugeschaltete Zuschauer etwas sehen können. 
 
Digitale Ton-Technik 
Auch Sprache und Musik kommt digital und datenreduziert in der Box an. Hier macht sich die Technik die Schwächen des menschlichen Gehörs zunutze. Es ist beispielsweise nicht in der Lage, Geräusche unterhalb der Hörschwelle wahrzunehmen, und leise Töne, wenn sie durch lautere überlagert werden (Maskierungs-Effekte). Datenreduzierte digitale Audiosignale enthalten deshalb nur die wirklich hörbaren Töne, alle anderen werden vor der Digitalisierung herausgefiltert. Trotzdem klingt diese Musik fast so gut, als käme sie direkt von der CD. Der Frequenzbereich reicht ebenso wie bei CDs bis 20.000 Hz, beim UKW-Empfang sind es 15.000 Hz. 
 
Multimediaterminal d-box 
Als erstes Digitalfernsehen ging Leo Kirchs DF1 Ende Juli 1996 an den Start. Durchgesetzt hat sich damit die von Nokia und Kirch entwickelte Decodertechnik der d-Box. Sie wird so lange gebraucht, wie die herkömmlichen Fernsehgeräte in analoger Technik in Betrieb sind. 
Die d-box ist bis jetzt unser am häufigsten benutzter Empfänger für Bild- und Tonsignale. Sie wird von der Firma NOKIA hergestellt, in einigen Monaten aber auch von PHILIPS und SAGEM. Es gibt aber bereits eine Vielzahl weiterer digitaler Satellitenreceiver, die wir hier auch vorstellen, denn sie können manche Sachen, die die d-box nicht beherrscht. Die Set-top-Boxen machen aus dem Digitalsignal ein für jeden Fernseher verständliches analoges Fernsehsignal. 
 
Multimedia Home Plattform 
In Zukunft soll digitales Fernsehen noch einfacher, besser, bunter und natürlich preiswerter werden, also multimedial. Dazu wurde ein einheitlicher Standard geschaffen, der irgendwann einmal von den einzelnen Geräteherstellern übernommen werden soll. 
 

 
2. Wo wird digitales Fernsehen ausgestrahlt?
Digitales Fernsehen wird wie ganz normale Fernsehsender einfach über das Kabelnetz oder über Satelliten übertragen. Damit der Fernseher aber die digitalen Signale sichtbar machen kann, braucht man einen neuen Empfänger, der die digitalen Signale in für den Fernseher verständliche analoge Signale umwandelt.
3. Was brauche ich alles zum Empfang vom digitalen Fernsehen?

Wer Digital TV empfangen möchte, der braucht nur einen DVB-Receiver wie zum Beispiel die Volksbox von Lemon oder den IQG.1 von Galaxis. Diese Reciever empfangen alle unverschlüsselten Prgramme. Soll auch noch PayTV wie Premiere auf den Fernseher gezaubert werden, muß eine d-box her. Wenn die Fernsehsignale über Kabelanschluß die Wohnung erreichen, braucht man keine weiteren Zusatzgeräte mehr. Satellitenkunden müssen möglicherweise ihre alte Sat-Anlage noch digitaltauglich machen und sich ein neues LNB (Universal-LNB)  besorgen.

4. Ich habe Probleme beim digitalen Empfang von ARD und ZDF!

Dieses Problem besteht, seitdem die Programme im ASTRA-System in den neuen Frequenzbereich von über 12 Ghz gewechselt sind. Einige Sat-Leitungen und Multischalter sind für den Empfang in diesem Frequenzbereich nicht geschaffen. Abhilfe schafft ein Leitungsentzerrer (Sat-Slope), der einfach in die Leitung zwischengeschaltet wird. Einige Freaks schwören aber auch auf ganz normale Leitungsdämpfer, mit denen man das Signal beliebig stark dämpfen kann.

5. Wie empfange ich Astra und Hotbird gleichzeitig?

Dazu braucht man einen 12 V Umschalter (Antennen-Relais) und muß bei den Einstellungen zwei Antennen einstellen, wobei bei Antenne 1 ein Astra-Transponder und bei Antenne 2 ein HotBird-Transponder eingestellt werden sollte. 
Eine andere Möglichkeit ist ein Diseqc-Schalter. Damit können je nach Version auch noch mehr Satelliten empfangen werden.

6. Astra und Hotbird nur mit Single Universal LNBs?

Wenn man Astra und Eutelsat nur mit Single Universal LNBs verwendet, hat man aber dann analog ein Problem. Mit etwas (viel) Bastelei kann man das Problem einigermaßen lösen, indem man die Analog/Digitalumschaltung mit Hilfe der LNB-Spannung der Box bewerkstelligt. Man muß dazu einen (einfachen) 12V-Schalter, erkennbar das an beiden Ausgangen permanet die HF anliegen, öffnen und eine Drahtbrücke bzw. ein Widerstand einlösen. Diese(r) führt dann nach dem HF Auskoppeln die LNB Spanung zum 12-V-Anschluß weiter. Das ganze funkoniert so wie gewohnt, weil die box im Standby auch keine LNB-Spannung abgibt.

Nun hat das Problem wenn man ein 12-V-Schalter für ASTRA/Eutelsat benutzt das er ja nur ein 12-V-Eingang hat und dann muß man sich etwas einfallen lassen, besonders wenn der Analoge auch selbst keine extra 12 V abgibt. Dann kann man viel basteln, aber es ist zu schaffen, das kann man dann aber nur individuell klären.

7. Ich empfange nur wenige Digital-Kanäle!

Diejenigen, die nur 20/30 Kanaele empfangen, sollten einmal folgendes überprüfen: Auf einen dieser Kanäle gehen, EINSTELLUNGEN, dann auf Manuelle Kanalsuche (dort wird die Frequenz angezeigt) gehen und überprüfen, ob hier vielleicht nur Kanäle mit 12.000 empfangen werden. Ist das der Fall, werden nämlich hier die Sender mit niedrigen Frequenzen vom unteren Band empfangen, das obere kann nicht empfangen werden, da entweder das LNB kein Universal LNB ist, oder aber die 22 khz Umschaltung (aus irgendwelchen Gründen) nicht funktioniert. Man würde nämlich Kanäle wie DSF PLUS, Starkino etc. noch gerade mit einem "normalen LNB" empfangen können. Natürlich kann man auch einfach eine Frequenzliste nehmen und mal gucken was die Box findet, wenn das alles die niedrigen Frequenzen sind, weiß man, dass das Problem am 22khz Signal bzw. am LNB liegt.

8. Ich habe Probleme beim Dolby-Surround-Ton auf den Premiere-Programmen!

Bei echtem Dolby Surround (DS) kommen die Dialoge aus der Centerbox unter dem Fernseher. Aus den linken und rechten Boxen kommen nur dann Geräusche, wenn auch Teile der Handlung am rechten oder linken Bildrand stattfinden. So kann man die Geräusche eines Autos im Film, wenn es von links nach rechts fährt, auch aus den entsprechenden Boxen. Normale Gespräche kommen auch nicht aus den Surround-Boxen, die hinter dem Fernsehzuschauer angebracht sind. Bei einigen Premiere-Programmen (außer den Cinedoms) kommen diese Töne manchmal aber auch aus den Surround-Boxen. In der letzten Zeit sind diese Probleme aber nicht mehr aufgetreten.

Schuld für die schlechte Surroundqualität ist die Art der Tonübertragung. Der Dolby-Surround-Sound ist in den Stereo-Spuren codiert, so daß eigentlich jeder neuere Film, der in Stereo gesendet wird, auch DS haben müßte. Beim digitalen TV gibt es nun aber unterschiedliche Übertragungsarten für den Ton. Für Stereo gibts zwei verschiedene Modi. Zum einen den echten Stereo-Modus bestehend aus zwei völlig unabhängigen Audiokanälen (L und R) und zum anderen den Joint-Stereo Modus. Hierbei wird genauso wie beim UKW-Rundfunk nur ein Kanal (L) komplett übertragen. Für den zweiten Kanal (R) wird nur ein Differenzsignal übertragen. Der Audio-Decoder muß dann aus dem linken Kanal und dem Differenzsignal den rechten Kanal errechnen. Dieser Joint-Stereo Modus spart zwar digitale Bandbreite, hat aber den gravierenden Nachteil, daß es zu starken Phasendrehungen im Audiosignal kommt. Da Dolby Surround aber nun Phasen-Codiert ist, kann es im Joint-Stereo nicht richtig funktionieren! Nun ist nur die Frage: In welchem Modus überträgt Premiere. Auf jeden Fall nicht auf jedem Kanal mit reinem Stereo.

9. Was ist eigentlich DVB-T?

Das ist das digitale Fernsehen (und Radio), das man mit der ganz normalen Hausantenne empfangen kann. 

10. Kann ich mit einem Digitalreceiver auch ADR-Programme empfangen?

Nein! Ein normaler DigitalTV-Receiver empfängt Signale im Format des Digital Video Broadcasting (DVB). Dabei werden, ganz einfach ausgedrückt, mehrere Fernseh- oder Radioprogramme in einem Paket zusammengefaßt und belegen so einen ganzen Satelliten-Transponder. Der Receiver rechnet aus dem Paket die einzelnen Sender dann wieder heraus. Beim ADR belegt nun jeder einzelne Radiosender eine Frequenz auf den Tonunterträgern eines Transponders. Es ist also ein ganz anderes Kompressionsverfahren. Diese Technik ist von Anfang an als Übergangslösung gedacht, bis sich die DVD-Receiver (d-box, Mediamaster usw.) mehr durchgesetzt haben. Wer aber auch ADR empfangen möchte, sollte sich eine Volksbox zulegen. Denn diese Geräte empfangen ADR, DVB und analoges Satellitenfernsehen.

11. Wie funktioniert digitaler Videotext?
An das analoge Fernsehbild wurden in den 70er Jahren digitale Informationen zugefügt, Videotext. Der seitenorientierte Videotext wird in einigen Nichtbildinhaltszeilen direkt über dem sichtbaren Teil des Bildes ausgestrahlt. Bei einem nicht korrekt eingestellten Empfänger sind diese Vertical Blanking Interval (VBI-) Linien manchmal gerade noch zu sehen als schnell wechselnde schwarze und weisse Strichmuster. Diese Art der Ausstrahlung ermöglichte das Hinzufügen von Videotext in die bestehende Sendenorm.

Bei DVB (Digital Video Broadcasting), wo Videotext in der Entwurfsphase als fester Bestandteil der Norm implementiert wurde, wird die Videotext-Information auf eine abweichende Art ausgestrahlt. Auf der Empfängerseite gibt es dann zwei Möglichkeiten, den Videotext wieder sichtbar zu machen:

1. Emulation, wobei der digitale Empfänger einen eigenen Videotextdecoder hat, der die Seiten entziffert und als TV-Bild an den Fernseher ausgibt. Vorteil dieser Methode ist, daß der Teletext auch für die Untertitelung der Programme genutzt werden kann. DVB ermöglicht sogar die Angabe, ob und in welcher Sprache die Untertitel zur Verfügung stehen. Eventuell kann der Empfänger diese dann automatisch aktivieren. Diese Version der Videotextübertragung ist in der Anwendung "Videotext" der d-box implementiert sein.

2. Wiedereinfügen als VBI-Zeilen, wobei der Empfänger die Videotext-Informationen aus dem D2-MAC- oder DVB-Signal herausholt und als "echten Videotext" in das Ausgangssignal einfügt. Dadurch kann der Videotextdecoder des Fernsehgerätes den Videotext darstellen. Die Bedienung des Videotextes geschieht dabei mit der Fernbedienung des Fernsehers. Angesichts der Tatsache, daß Fernseher im Augenblick viel fortschrittlichere Videotextdecoder haben als Digitalempfänger, ist diese Art des Videotextempfangs auf alle Fälle vorzuziehen.

12. Warum verstellt sich manchmal die Uhr des Receivers?

Wenn man gleich nach dem Einschalten der Box auf ein ausländisches Programm schaltet, dessen Anbieter aus einer anderen Zeitzone sendet, verstellt sich häufig die Uhr. Das liegt daran, daß bei jedem Programm auch die aktuelle Uhrzeit mitgesendet wird. Es scheint so zu sein, daß beim Starten der meisten Digitsal-Receiver innerhalb der ersten Minuten die Uhrzeit von dem jeweils eingeschalteten Sender übernommen wird. Die Uhrzeit wird scheinbar bis zum Stand-by der nicht mehr korrigiert. Probleme gibt es dann mit der automatischen Videoaufzeichnung, da ja eine andere Uhrzeit übertragen wird.

Um z.B. Viva (wird von einem ausländischen Anbieter übertragen) also ohne Uhrzeitverstellung sehen zu können, muß vorher ca. drei Minuten z.B. ein Premiere-Programm eingestellt werden. Danach kann auf Viva gewechselt werden. Bei einer verstellten Uhrzeit hilft nur Aus- und Einschalten der Box, dann z.B. auf Premiere-Programm schalten und ca. 3 Minuten warten.

13. Darf ich meine Sat-Schüssel überall aufstellen?

Die Bayerische Verfassung sagt (aufgrund von Erfahrungen im tausendjährigen Reich), daß Beschränkungen des Rundfunkempfangs unzulässig sind. Das hat der Bayerische Verfassungsgerichtshof ca. 1985 im sogenannten Gunzenhausener Antennenurteil dahingehend interpretiert, daß die Stadt Gunzenhausen nicht die Montage von Antennen in verkabelten Gebieten verbieten darf. Das gilt nach dem Gericht selbst dann, wenn per Antenne nur ein einziges Programm, egal in welcher technischen Qualität, empfangen werden kann, das im Kabel nicht kommt. Man bezog das auch auf KW, MW, LW. Sat gab es damals kaum.

Ansonsten sollte bei einem vorübergehenden Wohnsitz die Antenne nicht fest montiert werden. Die Eigentümer können ja auch nicht Sonnenschirme verbieten. Motorradfahrer kennen das: Was fest verschraubt ist, interessiert den TÜV. Koffer, die ohne Werkzeug zu entfernen sind (Schlüssel ist kein Werkzeug), interessieren den TÜV nicht.

(C) Rudolf Puryear