Softwaretausch bei Nokia Digitalreceivern 
 
 



hm-sat.de - Heimkino- und Satelliten-Technik

Hier möchte ich Schritt für Schritt erklären, was man alles zu tun hat, um die Software bei Nokia Digitalreceivern zu tauschen. Zunächst einmal muß man sich im klaren darüber sein, was man eigentlich will. Durch einen Softwaretausch schafft man es nicht, verschlüsselte Kanäle ohne gültige Karte zu sehen, die Box kann dann immer noch keinen Kaffee kochen und Hans Meiser wird auch nicht besser. Was man aber erreichen kann ist, daß die Box schneller wird, man endlich so lange vermißte Funktionen wie Videotext und Diseqc verwenden kann, man Kanäle löschen kann, die ganze Programmtabelle am Rechner bearbeiten kann und Kanäle empfängt, die man vorher nicht empfangen konnte obwohl sie nicht verschlüsselt sind.

So, welche Soft ist jetzt für wen interessant.  

Bei der Betriebssoftware der Box unterscheidet man zwei Bereiche. Den Bootloader und die Firmware. Beim Bootloader handelt es sich um eine Art Bios, die Firmware ist das Betriebssystem der Box.

Welchen Bootloader habe ich in meiner Box?

 www.usenext.de

Um dies herauszubekommen, muß man den Netzstecker der Box ziehen und wieder in die Steckdose stecken, dann erscheint kurz im Display die Versionsnummer, gefolgt von der aktuellen Firmware Version. Dies könnte z.B. so aussehen: B1.09pBD ... BD 4.1. In diesem Fall ist der Bootloader B1.09pBD und die Firmware BD 4.1
 

Wie tausche ich jetzt die Software aus?

Hierzu ist zu sagen, daß es zwei Wege gibt. Zum einen mit dem BDM Interface und zum anderen über die serielle Schnittstelle. Beide Verfahren haben Vor und Nachteile.

  Usenet Binaries anonym mit DSL Speed downloaden inkl. gratis Software



BDM

Vorteile:

Nachteile:


Seriell

Vorteile:


Nachteile:

          Ein kleiner Fehler beim Überspielen und die Box bootet nicht mehr.
          Nicht jeder Bootloader wird unterstützt (speziell die BR Bootloader bereiten oft Probleme)
          Man kann den Bootloader und die Firmware nicht auslesen

Welcher Bootloader ist der Beste?

So riesig sind die Unterschiede für den Anwender nicht. Ich empfehle den B2.00uns oder B2.10uns von Nokia zu verwenden, da mit diesem die serielle Übertragung problemlos funktioniert und dieser keine Checksummenberechnung für die Firmware macht. Bei den BD Bootloadern wird nämlich eine Checksumme gebildet (die wollen eben, daß man BD Software verwendet) und der Bootloader weigert sich, mit ´falschen´ Softwareversionen zusammenzuarbeiten. Dieses Problem läßt sich aber mit Transbox umgehen.

Zusammenfassend: Die original BD Bootloader benötigen eine Firmware, bei der die Checksumme stimmt. Diese wird z.B. automatisch von Transbox korrigiert. Der Nokia 2.00uns kümmert sich nicht um die Checksumme und kann somit auch mit dem BDM und einfachen Programmen betrieben werden.
 

Somit ist der Weg klar. Wenn ich den B2.02pBD oder einen anderen BD Bootloader in der Box habe oder den Bootloader eh austauschen will, dann komme ich nicht umhin, die Box aufzuschrauben und mit dem BDM die Software auszutauschen. Ansonsten kann ich den seriellen Weg einschlagen und muß die Box nicht öffnen.
 
 

So geht´s mit dem BDM

Zunächst muß man sich die gewünschte Software, eine Programm für das BDM Interface und eben das BDM Interface besorgen. Zusätzlich braucht man, um den Bootloader auszutauschen, einen Jumper wie man ihn auf jeder uralten Graphikkarte findet.

Zunächst wird die Box aufgeschraubt. Für die 5 eckigen Spezialschrauben benötigt man einen Torx 10H mit Mittelloch. Dieser hat zwar 6 Ecken, paßt aber trotzdem. Wenn man die Box geöffnet hat, sieht man links die Tunerplatine, in der Mitte hinten das Modem und rechts das Netzteil.

Wichtig!!!! Beim Netzteil handelt es sich um Schaltnetzteil. Diese führen ziemlich hohe Spannungen, wem also sein Leben lieb und teuer ist, der sollte beim Netzteil höllisch aufpassen...

Der Anschluss für das BDM Interface befindet sich unter der Modemplatine. Um dieses auszubauen müssen die 2 Blechlaschen umgebogen werden und das Flachbandkabel abgezogen werden, dann die hinteren Schrauben lösen und das Modem kann ausgebaut werden. Direkt vor der Rückwand der Box finden wir jetzt die Steckerleiste, an die das BDM Modul angeschlossen wird. Bevor wir es anschließen, trennen wir die d-Box und den Rechner vom Netz. Dann wird das Modul angeschlossen und mit einem Druckerverlängerungskabel an einen Druckerport des Rechners angeschlossen.

Der Bootblock ist schreibgeschützt. Wenn dieser ausgetauscht werden soll, dann muß noch die Brücke JP6 mit einem Jumper gebrückt werden. Wo man diese Brücke findet, steht in der Anleitung zum BDM oder muß eben gesucht werden (es gibt verschiedene Platinenversionen)

Jetzt den Rechner und die d-Box wieder anschalten und nicht wundern, daß das Display der Box zunächst dunkel bleibt. Die Box wartet, bis der Rechner den Druckerport initialisiert hat und das kann bei Windows 95 eine ganze Weile dauern. Wenn aber der Rechner vollständig gebootet hat, dann sollte auch die d-Box normal funktionieren.

Jetzt wird zunächst die alte Software ausgelesen und auf Platte gesichert. Ich beziehe mich hier auf das Programm BDP 1.15. Hier wird zunächst auf den Button ´Connect´ geclickt, das Programm nimmt Verbindung zur Box auf und das Boxdisplay wird schwarz. Dann kann man die 3 Speicherbereiche ´Bootblock´ ´Settings´ und ´Firmware´ auslesen und auf Platte speichern. Anschließend kann die neue Software und der neue Bootloader mit diesem Programm in die Box geschrieben werden. Wenn man jetzt wieder den Connect Button ´clickt´ sollte die d-Box eigentlich mit der neuen Software booten und man kann damit arbeiten.

Um sich das Leben zu vereinfachen, kann man auch gleich eine fertige Programmtabelle (Settings) in die Box laden, dann spart man sich die Installationsprozedur.

Bootet die Box nicht, kann das 2 Ursachen haben. Entweder es ist irgendetwas schiefgelaufen beim schreiben oder die Box kommt mit dem Jumper JP6 nicht zurrecht. Um diesen zu entfernen, genügt es, die Box vom Netz zu trennen, der Rechner kann in der Zwischenzeit weiterlaufen.

Man sollte nach dem Austausch des Bootblocks den Jumper auf jeden Fall wieder aus der Box entfernen. Ein in der Box vergessener Jumper war die Ursache für manch eigentümliches Problem.
 

Was hat es mit den ganzen Speicherbereichen auf sich?

Gehen wir einmal von einer 1MB Box aus so ist dieser Speicherbereich zunächst in 2 Blöcke unterteilt. Die ersten 128 k sind der Bootblock, der Rest die Firmware. Ein spezieller 48k großer Block innerhab des Bootblocks beinhaltet die Settings (darin stehen alle Kanäle, die in der Box gespeichert sind). Dieser 48k Block kann auch ohne Jumper JP6 beschrieben werden. Wenn man also eine 1MB große Datei findet, so besteht diese aus Bootblock + Firmware.
 

Und so gehts seriell mit Transbox

Zunächst besorgt man sich die Software, die man einspielen möchte, ein Nullmodemkabel und Transbox. Jetzt das Nullmodemkabel an die d-Box und an den Rechner anschließen (hier ist es nicht notwendig, alles vom Netz zu trennen, ich stecke bei mir das serielle Kabel im laufendem Betrieb rein). Jetzt am besten die Hilfedatei zu Transbox durchlesen, da steht eigentlich alles drin. Auf jeden Fall muß man zunächst natürlich den Com Port wählen (sonst wird die Software in die Maus geschrieben :-) und den Bootloader angeben (Nokia: 2.00 und 1.01, d-Box alle anderen). Jetzt trägt man im Feld ´Software´ die Software ein, die man in die Box spielen möchte (rechte Maus, Eintrag einfügen). Dann noch ein Häkchen neben diesen Eintrag, damit Transbox auch weiß, daß die Software geschrieben werden soll und dann gehts los.

Zunächst Netzstecker der Box ziehen, dann bei Transbox ´Start´ und ´ Verbinden´ wählen. Jetzt innerhalb von ein paar Sekunden den Netzstecker der Box wieder einstecken. Wenn alles glatt geht, sollte sowohl im Boxdisplay als auch im Programmdisplay ´serial´ erscheinen. Jetzt einfach ´download´ oder ´turbo download´ (wenn man die Vollversion hat) wählen und die Soft wird in die Box geschrieben. Das dauert im normalen Modus ca 15 Minuten, im Turbo Modus ca. 3 Minuten.

Anschließend kann man sich, wenn man möchte, auch noch die Programmtabelle (Settings) in die Box spielen, ansonsten muß man alles neu programmieren.
 
 

Hinweis:
Wenn Sie die Software Ihrer D-Box nicht selber ändern wollen,
kann ich das für Sie durchführen.
Nähere Informationen erhalten Sie hier






Wie stelle ich wieder den Ausgangszustand her?

Wenn ich das ganze mit dem BDM getauscht habe, dann konnte ich mir ja vorher eine Sicherheitskopie auf Platte speichern. In diesem Fall einfach alles, was damals gelesen wurde, wieder in die Box schreiben (um den Bootloader zu schreiben an den Jumper denken).

Wenn die Software seriell ausgetauscht wurde, einfach aus dem Netz eine BD Software holen und diese wieder einspielen, oder, wenn noch der original BD Bootloader in der Box ist, mit OPT + Standby die aktuelle BD Soft vom Satellit laden.